Verfügbarkeit von Gesundheitsdaten für die Forschung neu denken: Eine Machbarkeitsstudie zum Potenzial KI-gestützter Technologien

In der heutigen Gesundheitsforschung stellt der Mangel an verfügbaren und zugänglichen Forschungsdaten eine zentrale Herausforderung dar. Trotz fortschreitender Digitalisierung bleiben viele medizinische Informationen in isolierten Systemen verborgen. Dies hemmt den wissenschaftlichen Fortschritt, erschwert die Entwicklung neuer Therapien und führt zu redundanten Forschungsaktivitäten.

Gleichzeitig fehlt es an Transparenz und Rückkopplung für Patient:innen: Häufig ist unklar, wie ihre Daten genutzt werden, welche Erkenntnisse daraus gewonnen werden und welchen konkreten Nutzen sie für sie selbst oder andere Betroffene haben. Diese Intransparenz schwächt das Vertrauen in Forschung und mindert die Bereitschaft zur freiwilligen Datenfreigabe – obwohl diese für eine moderne, datengestützte Medizin essenziell ist.

Die geplante Durchführbarkeitsstudie „Innovativer Copilot zur transparenten Erfassung von Forschungsdaten“ untersucht daher, wie digitale und KI-gestützte Technologien eingesetzt werden können, um den Prozess der Datenerhebung, -freigabe und -nutzung effizienter, sicherer und patientenfreundlicher zu gestalten. Ziel ist es, die praktische, technische, rechtliche und ethische Umsetzbarkeit eines solchen Systems zu prüfen und die Voraussetzungen für eine spätere prototypische Implementierung zu schaffen.

Untersuchungsgegenstand und Innovationsgehalt

Im Rahmen der Durchführbarkeitsstudie wird geprüft, inwiefern ein digitaler Copilot Patient:innen aktiv bei der standardisierten und qualitätsgesicherten Erfassung gesundheitsbezogener Daten unterstützen kann.
Dabei stehen folgende Fragestellungen im Mittelpunkt:

  • Technische Machbarkeit: Ist es möglich, Gesundheitsdaten mithilfe eines KI-gestützten Systems sicher, zuverlässig und standardisiert zu erfassen?
  • Datenschutz und Einwilligung: Wie lassen sich digitale, DSGVO-konforme Einwilligungsprozesse gestalten, die Transparenz und Vertrauen schaffen?
  • Anwenderfreundlichkeit: Wie kann die Nutzung für Patient:innen intuitiv und barrierefrei erfolgen, ohne sie im Alltag zu überfordern?
  • Forschungsschnittstelle: Wie kann die kontrollierte, anonymisierte Weitergabe der Daten an autorisierte Forschungseinrichtungen technisch und organisatorisch umgesetzt werden?
  • Rückkopplung und Akzeptanz: Wie kann eine bidirektionale Kommunikation zwischen Forschung und Patient:innen etabliert werden, die motiviert und informiert?

Diese Anforderungen sollen in der Durchführbarkeitsstudie vereint werden. Es soll untersucht werden, ob sie durch einen digitalen, KI-gestützten Copiloten realisiert und somit die Datenerfassung automatisiert werden kann, während ein strukturierter Autorisierungsprozess die Weitergabe an Universitäten regelt. Die Patient:innen erhalten auf Wunsch Rückmeldungen über wissenschaftliche Erkenntnisse, die auf ihren Daten basieren.

Geplante Anwendungsgebiete und Einsatzbedingungen

Im Rahmen der Durchführbarkeitsstudie werden verschiedene Anwendungs- und Einsatzszenarien untersucht:

  1. Im häuslichen Umfeld der Patient:innen:
    Die Nutzung des Copiloten soll auf mobilen Endgeräten wie Smartphones, Tablets oder Laptops erfolgen. Patient:innen können über eine Chatoberfläche Symptome beschreiben, Fragen stellen oder standardisierte Fragebögen ausfüllen.
  2. In Forschungseinrichtungen und Universitäten:
    Hier wird erprobt, wie autorisierte Forschende auf aggregierte, anonymisierte Daten zugreifen und diese wissenschaftlich nutzen können. Dabei werden Verfahren zur Autorisierung, Datenfreigabe und Ergebnisrückmeldung evaluiert.

Ziel ist es, die technischen, organisatorischen und ethischen Voraussetzungen zu definieren, unter denen der Copilot künftig zuverlässig und vertrauenswürdig eingesetzt werden kann.

Erwartete Ergebnisse und Nutzen der Studie

Die Durchführbarkeitsstudie soll zeigen,

  • ob und wie eine sichere, standardisierte und alltagstaugliche Erfassung von Forschungsdaten technisch und organisatorisch realisierbar ist,
  • welche Herausforderungen bei Datenschutz, Nutzerakzeptanz und Schnittstellenintegration bestehen,
  • und welche Mehrwerte für Patient:innen und Forschungseinrichtungen entstehen können.

Darüber hinaus werden Motivationsstrategien – beispielsweise durch Gamification-Ansätze – untersucht, um die freiwillige Datenfreigabe langfristig zu fördern.

Mit der Studie soll die Grundlage für die spätere Entwicklung eines praxistauglichen Copilot-Systems geschaffen werden, das eine neue Form der partizipativen, datengestützten Gesundheitsforschung ermöglicht: transparent, ethisch verantwortungsvoll und technologisch innovativ.

Projektbeginn

snoop freut sich, dass das Projekt aus dem Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Ziels „Investitionen in Beschäftigung und Wachstum (IBW) für die Förderperiode 2021-2027 zum 01.11.2025 offiziell starten kann. Das Projekt ist kofinanziert von der Europäischen Union und dem Land Rheinland-Pfalz.

Zu Beginn wird eine Literatur- und Marktrecherche durchgeführt und somit die Grundlage für die weitere Entwicklung gebildet. Gleichzeitig werden bereits die Workshops mit den unterschiedlichen Nutzergruppen vorbereitet, um die Anforderungen aus beiden Perspektiven zu erfassen. Falls Interesse an einer Teilnahme besteht, kann gerne Kontakt zu uns aufgenommen werden! Wir freuen uns über jede Perspektive und sind gespannt, was die Durchführungsstudie ergeben wird.